Ein Kochrezept

An einem sonnigen Samstagnachmittag stehe ich vor diesem metallischen Gartentisch aus den Siebzigern und überlege, ob ich denn hier nicht eine halbe Stunde an meinem letzten Holzlöffel ein wenig schnitzen sollte.
Rund und wackelig, grün unter dem Rost, sieht es nicht mehr ganz jung aus, das Gesicht der siebziger Jahre. Dennoch schaut mich das Tischlein spöttisch an, mit dieser Art, die ich so gut kenne: „Ja, heute stehe ich auch noch hier; ich, altes Ding…“.
Da kommt meine neunzigjährige blinde Nachbarin mit einem langen Küchenmesser auf mich zu; eine Gestalt, eine liebenswerte Erscheinung aus den Siebzigern. Auch sie ist etwas wackelig. „Rhabarber darfst du immer nehmen, so viel du willst, so oft wie du möchtest! Die Blätter sind ja riesengross.“ (Augenrollen). „Ziehen, die Stangen ziehen, nicht schneiden!“, ruft sie noch aus der Ferne. Ab und zu kommt mir mein Leben wie ein merkwürdiges Abenteuer vor… Dann machte ich eben eine Rhabarber-Wähe.
Kuchenteig
200g Vollkornmehl mit 1/2 TL Salz mischen. 100g Butter, kalt, in Stücken, dazugeben. Zu einer krümeligen Masse verreiben, eine Mulde formen. Wasser hineingiessen, kurz zu einem Teig zusammenfügen, nicht kneten. Teig auf Blech legen, kalt stellen. Backofen auf 200°C Umluft.
Wähenguss
1 Ei mit 2 dl Milch zusammen verrühren. Teigboden mit einer Gabel dicht einstechen, mit 3 EL gemahlenen Haselnüssen oder Mandeln bestreuen, 600g Rhabarber darauf verteilen. Guss nochmals gut verrühren und darüber giessen.
Im vorgeheizten Ofen ca. 40 Minuten backen. Auskühlen lassen.