Was mich im Alltag Freude bringt – ein Fallbeispiel

Achtung: es geht mir zu gut!
Vor kurzem fragte mich eine Kollegin danach, wie es mir geht. Da mussten wir beide lachen. Selber überrascht habe ich ihr geantwortet: „Mir geht es gut; eigentlich zu gut!“. Doch es stimmt: der kürzeste Tag im Dezember liegt hinter uns, der Winter ist auf der anderen Seite des Jahres gesprungen und wird sich dort weiter ausdehnen, bis der Frühling wieder kommt. Mir geht es gut, erstaunlich gut!
Nach dieser Diskussion hat mein Kopf nach den Ursachen von diesem Glücksgefühl gesucht. Welche Elemente in meinem Leben tragen zu dieser allgemeinen emotionalen Stabilität bei?
Wenn ich durch das Fenster blicke
Wenn ich am Abend am Fenster sitze und den Brotteig knete, werfe ich ab und zu einen Blick nach Außen. Der runde, hell leuchtende Mond, steht dort groß und prächtig. Nicht bleich, sondern käsegelb wie meine Kerze, und beide Lichter grüßen sich.
Die Liebe zu der Landschaft bildet, glaube ich, einen Großteil von meinem alltäglichen Glück. Das Schöne liegt eigentlich nah; wer kleine, regelmäßige Freuden in seinem Alltag einbaut, braucht es nicht, weg von seinem eigenen Leben in den Urlaub zu fahren. Die Ursache von meinem gegenwärtigen Glück besteht also darin, dass ich kleine Glückselemente in meinem Alltag eingebaut habe. Zu dieser Schlußfolgerung ist mein Kopf gekommen.
Das kleine Glück, das uns retten wird
In dem täglichen Kampf gegen die Realität ist diese kleine Schönheit eine Waffe, die wir benutzen müssen – unbedingt und ohne zu zögern. Es muss zu einer Gewohnheit werden; es muss ein Automatismus sein. Ich nenne es „das kleine Glück, das uns retten wird“. Wenn man daran glaubt, ist die Hälfte schon geschafft.
In folgenden Artikeln werde ich dieses kleine Glück anhand von einem Fallbeispiel näher erläutern. Zweimal pro Woche bereite ich Milchkefir vor. Mit diesem Kefir mache ich einen Sauerteigansatz, den ich zum Brotbacken benutze. Der gesamte Prozess, von dem Milchkaufen bis zum fertigen Brot, ist ein fester Bestandteil von meinem allgemeinen Gefühl von Stabilität.